Freitag, 2. Juni 2017

Von meinem Garten in meine Küche











Der viele Regen in den letzten Wochen lässt den Garten in einem satten, frischen Grün zurück. Nicht umsonst heißt es, dass der Mairegen besondere Kraft hat. Schon meine Oma hat jedes Jahr gescherzt: "Wenn ihr noch wachsen wollt, stellt euch in den Mairegen!" Tja, und ratet mal, wer´s versucht hat!
Außerdem stammt folgendes von ihr: "Barfuß dürft ihr nur in den Monaten gehen, in deren Name kein "r" vorkommt!" Wie genial: Im Mai, Juni, Juli und August ist Barfußzeit.

Mittlerweile hat mein Liebstöckel oder Maggikraut eine beachtliche Höhe erreicht. Zeit für die erste Ernte: 


Ich habe großzügig Zweige abgeschnitten, sie gebündelt und zum Trocknen auf den halbwegs dunklen Dachboden gehängt. In ca. 2 Wochen sollten alle Blätter abgetrocknet sein und dann werde ich mir überlegen, wie ich sie langfristig lagern werde. 

Zeitgleich beginnt der Holunder zu blühen!

 

Die kleinen, weißen Sternchen duften wundervoll und es ist der gelbe Blütenstaub, der dem Holundersaft seine leicht goldene Farbe gibt. Erst letztes Jahr habe ich zum ersten Mal selbst Holundersaft gemacht- mit einem tollen Ergebnis. Anfang Mai haben wir die letzte Flasche getrunken und ich habe festgestellt, der Saft braucht eine gewisse Zeit an Lagerung, bis er sein volles Aroma entfaltet hat.














Ich verwende ein Rezept von meiner Mama:

5L Wasser in ein großes Gefäß/Kübel gießen,
10 Blüten hineinlegen (zuvor vorsichtig abspülen)
10 dag Zitronensäure hinzufügen
2 unbehandelte Zitronen in Scheiben schneiden und dazu geben
2 Pkg. Einsiedehilfe hineinstreuen.
24 h ruhen lassen und dann abseihen.

Anschließend 3 kg Zucker einrühren. Erst wenn sich dieser vollständig aufgelöst hat, den Sirup in Flaschen füllen und dunkel lagern. Nach einigen Wochen verdünnt mit Wasser genießen.
Ich bin mit Holundersaft und Ribiselsaft aufgewachsen, irgendwann- im Teenageralter- haben wir uns  "abgetrunken" gehabt, aber jetzt genieße ich wieder jede Flasche.


Gleichzeitig habe ich heuer den ersten Versuch gestartet, Melissensaft zu machen. Zuerst habe ich viele Zweige meiner Zitronenmelisse abgeschnitten:










Folgendes Rezept habe ich ausprobiert:
3 L Wasser
ca. 30 Stängel Zitronenmelisse
7 dag Zitronensäure
3 Zitronen
Wieder 24 h ziehen lassen und am nächsten Tag 3 kg Zucker einrühren. Den Sirup in Flaschen füllen und ebenso dunkel lagern.




Jetzt muss ich nur noch ein Weilchen warten und hoffe auf die tolle Farbe vom letzten Jahr, natürlich auch auf den herrlichen Geschmack.













Auch sonst ist mein Garten auf "Produktionskurs": Die Ribiselstaude bildet kräftige Kügelchen und streckt sie Richtung Sonne. Und die Erdbeeren sind fast am Ziel. Ich habe Ende Mai Geburtstag und als ich noch Kind war, gab es jedes Jahr die erste Erdbeere aus dem Garten an meinem Geburtstag für mich. Heuer hat sie meine Tochter ein paar Tage später bekommen. 










Und auch der Salat schmeckt lecker, uns und den Schildkröten.










Mit diesen Bildern verbinde ich ganz eigene Emotionen und Gedanken und Geschmäcker. Auch wenn es früher schon mal nervig war, für meine Mama den Salat aus dem Garten zu holen und dann auch noch zu waschen!! Immerhin von der Küche bis ganz in den Garten und dann auch noch Natur pur im Salat: Läuse, Ameisen und Schnecken!! Blatt für Blatt fein säuberlich waschen ... Tag für Tag ... natürlich habe ich gemurrt! 
Viel lieber habe ich da den täglichen Paradeisersalat zusammen geschnitten, meist zusammen mit meiner Schwester. Jetzt wäre ich froh, wenn täglich so ein gesunder und leckerer Salat auf meinen Tisch käme. Über 30 Tomatenpflanzen stehen jährlich im Garten meiner Eltern und es gibt die ganze Saison lang grünen Salat. Ebenso war es üblich jeden Abend einen Bund Schnittlauch aus dem Garten zu holen. Butterbrot mit Schnittlauch war echt was Feines, aber meine absolute Lieblingsjause: Butterbrot mit Tomatenscheiben und Salz, v.a. wenn man die Sonne im Paradeiser noch richtig schmecken kann!! 
Die Ribiselernte war auch so eine Sache. Geduldig und vorsichtig Rispe für Rispe von der Staude pflücken, aber wie herrlich war dieser Duft in der Küche, wenn der warme Ribiselsaft langsam in den Topf tropfte. 
Im Garten gab es immer was zu naschen, z.B. Josterbeere oder Stachelbeere, Früchte die meine Kinder gar nicht kennen. 
Und es war schön im Garten, nie fad. Zu dritt haben wir Tag für Tag gespielt, geschaukelt, gestritten und unsere Abenteuer erlebt. Wir wurden geschimpft, wenn wir in die Beete getreten sind, wenn wir die zu grünen Äpfel gepflückt haben oder wenn wir die Sandkiste geflutet haben. Alles, was meinen Kindern auch schon mal einfällt und ich schimpfe auch. 
Für mich ist mein Garten ein Hobby, ein Ausgleich, eine Art Selbstverwirklichung. In meiner Kindheit war er etwas ganz anderes, etwas was mein Garten nie sein wird. 

Aber Freude macht er ohne Ende!


Sonntag, 14. Mai 2017

Der Feind in meinem Garten










Die Tulpen sind verblüht, jetzt geht der Zierlauch (erst in Lila, dann in Weiß) auf. Die Stockrose und der Fingerhut haben ganz üppig Blätter geschoben, die Rosenstöcke tragen erste kleine Knospen, der Lavendel trägt frische Triebe.

Der Zierlauch war der Hingucker in meinem Hochzeitsblumenschmuck. Ich habe ihn damals gewählt, weil ich mir für unser Fest die Farben Lila und Apfelgrün ausgesucht habe. Wir haben vor 5 Jahren Anfang Mai geheiratet, seither habe ich den Zierlauch auch in meinem Garten und zu unserem Hochzeitstag beginnt er aufzublühen. Wie ein kleiner "Feuerwerksball der Liebe" steht er da und sprüht Funken.

Und im Gemüsegarten greift der Feind an:
Nach der Melodie von "Bruder Jakob":
Kleine Schnecke, kleine Schnecke,
krabbelt rauf, krabbelt rauf,
vorne wieder runter, vorne wieder runter,
frisst sich voll den Bauch, frisst sich voll den Bauch.

DA sind die Nacktschnecken schon lange, jetzt auch AKTIV!
Ich habe letzten Samstag die ersten Pflänzchen ausgesetzt: Zunächst einmal Tomatenpflanzen. Ich nehme immer Cherrytomaten in rot und gelb. Tomatenpflanzen bleiben ja zum Glück von den Schnecken verschont, erst wenn sie reife Früchte tragen, erklimmen die Schnecken die hohen Pflanzen und machen sich über die Tomaten her. Auch Paprika- und Chillipflanzen habe ich ins Beet gepflanzt, da brauche ich mir vorerst auch keine Sorgen machen.
Aber: Weiters habe ich Kohlrabi, Karfiol und Knollenselleriepflänzchen gekauft. Dazu Basilikum und Piccolino-Basilikum, Salbei und Pina Colada Salbei. Anders formuliert: Reines Schneckenfutter! Und das haben diese Tierlein auch gleich gerochen. Schon am nächsten Morgen waren die ersten Schleimspuren zu sehen und viele Blätter waren angeknabbert.
Ob das noch ein Kohlrabi wird?

Mir ist ja nichts zu blöd- ich sammle die Schnecken ab. Schon in den letzten Jahren habe ich sie küberlweise aus meinen Garten getragen: Handschuh an und jedes Blatt hochheben und an den beliebtesten Orten im Beet suchen. Dazu muss ich aber früh aufstehen, denn kaum wird es hell verkriechen sie sich mit vollem Bauch in ihren Erdtunneln und in ihren feuchten Verstecken. 
Heuer bin ich ihnen einen Schritt voraus- vielen zumindest. Ich habe Holzbretter und Steinplatten zielgerecht aufgelegt. Wenn der Tag anbricht, können sich die Schnecken darunter zurückziehen. Dann komme ich, drehe das Brett um und sammle sie ab.

Meine Schnecken-"Fallen":



Besonders kleine Pflänzchen versuche ich heuer so zu schützen: Ich nehme kleine Plastikflaschen, schneide den Boden ab, mache Luftlöcher hinein und stelle sie so über die Pflänzchen. So kommt der Feind maximal von unten.

Für so manchen Tierfreund mögen diese Maßnahmen schon übertrieben sein und das Absammeln ein großes Vergehen, jedoch kann ich nicht zusehen, wie Blatt für Blatt und Pflanze um Pflanze in meinen Beeten weg gefressen werden. Es fehlen einfach die natürlichen Feinde der Schnecken hier bei mir im Garten.

Vorhin schrieb ich vom Piccolino-Basilikum. Hier auf der linken Seite der "normale" Basilikum und daneben die zierliche Blättchen des Piccolinos. Ich finde sie schmecken eine Spur intensiver und feiner zu Tomaten und Mozzarella.

 
Erste Ernte:


Die ersten (Jung)Zwiebel habe ich aus dem Beet geholt. Letzten Spätsommer hat sich mein Zwiebel selbst ausgesät und hat jetzt schon beachtliche Knollen.

Mein Maggikraut ist riesig geworden, kommende Woche möchte ich einen Großteil abschneiden und trocknen. Wenn es dann wieder nachgewachsen ist, werde ich die zweite Ernte einfrieren. Dann schaue ich mal, welche Methode geschmackintensiver ist.

Heute ist Muttertag: Allen Mamis schöne, blumige Grüße! 
Auch meine Lieben haben mir heute ein paar Pflänzchen geschenkt. Riesenfreude! Dazu ein andermal mehr. 
 




Mittwoch, 3. Mai 2017

Voll ausgebremst!

Als (Hobby-)Gärtner warte ich von November bis mindestens März bis es die Temperaturen endlich zulassen um mit der Gartenarbeit zu starten. Wirklich, es gibt nichts Schöneres als die ersten warmen Tage draußen zu wurschteln und damit anzufangen, die im Kopf entstandenen Pläne im Garten umzusetzen. So weit war ich heuer schon! 
Und dann! Mitte April kam der Winter mit seiner Kälte zurück. Das tut weh! 
Es ist ja jeden April mal, dass die eine oder andere Schneeflocke vom Himmel fällt, aber so!!! Es tut nicht nur weh, dass ich nicht weiter werkeln kann, es kommt auch noch die Angst dazu, dass der Frost alle Frühlingsboten zu nichte macht. Rückblickend gesehen sind meine Pflanzen, Blümchen und Blüten robuster als ich gedacht habe.
 

Zugegeben, die Schneedecke war andererorts höher, aber es war bitterkalt!!
Unser Flieder hat alles gut überstanden,blüht einfach weiter und duftet herrlich wie immer. Selbst der Salat hat kein braunes Blatt abbekommen.
 





Am meisten hatte ich um die Blüten meiner Waldrebe Angst. Seit drei Jahren bildet sie mehr und mehr Blüten aus, rankt sich hoch bis aufs Dach! Wenn die alle erfroren wären!!! Zum Wochenende hin haben sich die ersten Blüten geöffnet. Letztes Jahr stand sie am 6. Mai in voller Blüte, das kommt auch heuer hin! Faszinierend!
 

 

Zum Valentinstag habe ich 2 weitere Clematispflanzen bekommen. Ich habe sie ineinandergepflanzt (siehe 15.2.17), jetzt ist die erste Blüte da!













Ich habe auch angenommen, dass der Frost meinen Ribiseln und deren Blüten geschadet hat. Heute habe ich dieses Foto aufgenommen:












Auf den Rispen sind schon deutlich grüne kleine Kügelchen zu sehen- ich wünsche euch viel Sonne!
Ich muss zugeben, mein Garten hat mich mal wieder überrascht! Robust, ausdauernd, momentan immergrün und Blüte um Blüte öffnet sich. Alles nimmt wie immer seinen Lauf. Die Kälte hat die Blütezeit meiner Tulpen verlängert. Bis in den Mai hinein blühen sie 2017.


Erstmals Tulpenzwillinge 














Und erstmals habe ich eine ganz neue Blüte entdeckt. Heuer blüht auch mein Rosmarin. Seine "Nadeln" sind etwas gezeichnet vom Winter, aber er blüht in einem wunderschönen Lila und duftet toll! Er muss sich heuer ein wenig vom Maggikraut verdrängen lassen, dieses wächst so schnell und übbig, dass sein zugedachter Platz schon ausgefüllt ist. Es überdeckt auf der anderen Seite junge Zwiebel- und Knoblauchpflanzen. Ich habe noch nicht entschieden, ob ich einen Großteil trocknen oder einfrieren möchte. Ich habe gelesen, dass beim Trocknen viel Aroma verloren geht. Vielleicht sollte ich beides probieren, dann weiß ich für nächstes Jahr was Sinn macht. Genug ist ja da. Mir fehlen auch noch immer Einsatzmöglichkeiten für dieses intensiv schmeckende Kraut. Bei mir kommt es lediglich in die Suppe. Grad erst habe ich gelesen, dass es auch im Gurkensalat schmecken soll! ??


Auf Wunsch meiner Kinder haben wir heuer Zuckermais angepflanzt. Sie lieben ihn- gekocht, leicht gesalzen und angebraten. Mal sehen, ob ich die kleinen Pflänzchen vor den Schnecken retten kann, noch schlummern sie unter der Erde.









Ich nehme an, dass die Kälte alle Samen, die ich in die Erde gelegt habe, etwas ausgebremst hat. Entweder sie sind noch gar nicht zu sehen oder verharren ganz klein im Stillstand. Geduld, Geduld, sag ich mir immer, fühle jedoch ganz klar und deutlich, dass mir der Sommer jetzt schon zu kurz wird. Andererorts blühen schon die Rosen, die Tomaten hängen grün an den Pflanzen und die Kräuter haben schon so viel Sonne getankt und leuchten nur so vor ätherischen Inhaltsstoffen (das weiß ich von den Berichten anderer Gartenfanatiker aus allerlei Ländern über google+). Bei uns geht der Trend dahin, dass das kühle Wetter bis in den Mai andauert und kaum sind dann ein paar Wochen Wachstumszeit ins Land gezogen, zahlt sich ein Nachpflanzen gar nicht mehr aus, weil zu wenig warme Reifungszeit übrigbleibt. Selbst wenn man die vorgegebene Auspflanzzeit nur kurze Zeit überschreitet, mindert das die Ernte sofort. Ach, das stresst mich gleich wieder, wenn ich da an meine Erbsen denke, die noch im Papiertütchen stecken! Und im Oktober heißt es schon wieder: Zusammenpacken!
Nein, Nein! Geduld, Geduld!
Ich ziehe halt weiterhin meine warme Jacke an, wenn ich meinen täglichen Gartenrundgang mache!
Wo mein Lavendel blüht,
sind meine Rosen nicht weit!
Ein Zierbaum
Knospe der Pfingsrose

Auf der Fensterbank: Meine vorgezogenen Stockrosen und auch der Fingerhut haben sich gut entwickelt. Ich werde mit dem Abhärten noch ein wenig warten, so lange mir noch kalt draußen ist, stelle ich sie nicht vor die Tür.




Ach ja, das ist jetzt auch fix für mich- mein Schilf ist erfroren. Es treibt nicht mehr aus. Zeit für was Neues! Mein Mann sagt immer:" DU hast mehr Pflanzen im Garten als Kleider im Schrank!" Wo er recht hat, hat er recht. 
Nächste Woche möchte ich dann alle Jungpflanzen besorgen, die nach den Eisheiligen in den Garten kommen. Darauf freue ich mich jedes Jahr und jedes Jahr ist einfach zu wenig Platz! Schön!